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Mensch. Tier. Macht. 

Fremd, anders, unerwünscht – sogenannte „invasive Arten“ sorgen immer wieder für hitzige Diskussionen. Im Folgenden möchte ich aufzeigen, weshalb im Konzept der „Invasivität“ rassistische und koloniale Narrative fortleben. Ist der Nandu in Gefahr? Was haben Invasionsbiologie und Kolonialrhetorik gemeinsam? Und warum macht es die Klimakrise notwendig, über tierliche Migration zu sprechen?

Mein Bild gehört zu mir!

Die 20 x 14 cm große, 1521 entstandene Silberstiftzeichnung von Albrecht Dürer mit dem Titel „Katherina“, die heute im Gabinetto dei Disegni e delle Stampe der Uffizien zu finden ist, zeigt das realistische Porträt einer Schwarzen weiblichen Person. Die junge Frau, die bis zur Brust mit gesenktem Kopf seitlich porträtiert wurde, ist der zentrale Bildgegenstand und füllt beinahe die gesamte Fläche aus. Sie ist in Dreiviertelprofil von rechts porträtiert und blickt nach links unten am Betrachter vorbei. Sie trägt ein enganliegendes, gewickeltes Kopftuch um ihren Hinterkopf. Am Scheitel ist das Tuch mit einem Stein oder einer Brosche verziert und geht direkt über in eine Jacke oder einen Mantel mit Stehkragen, unter dem Katherina eine Bluse oder ein Kleid mit V-Ausschnitt trägt. Oberhalb des Kopfes steht in Handschrift geschrieben: „1521 Katherina allt 20 jar“. Im rechten, oberen Eck finden sich die Druckbuchstaben „AD“, vermutlich für die Initialen des Künstlers stehend.
nun diese Beschreibung und das dazugehörige Bild von Albrecht Dürer mit postkolonialen Erinnerungsdebatten zu tun?

Repräsentation nationaler Fußballmannschaften

Der Sommer von 2006 dürfte vielen Fußballfans* hierzulande ein Begriff sein. Zwar wurde die deutsche Nationalmannschaft[1] der Männer* bei dieser WM nur Dritte und musste sich im Halbfinale Italien geschlagen geben, allerdings fand das internationale Turnier[2] nach 32 Jahren wieder in Deutschland statt und sogar der Slogan drückte es bereits aus: Wir[3] hatten als Gastgeberland die Welt zu Gast.

Die Reproduktion von rassistischen Ressentiments im Fußball

„Say No to Racism“ betont die UEFA seit vielen Jahren in ihren großspurig angelegten Kampagnen gegen Rassismus im Fußball[1]. Rassistische Ausfälle wie „Affenlaute“ oder rassistische Beschimpfungen – insbesondere in Stadien – sind seit einigen Jahren zum Glück nicht mehr konsensfähig unter den Fans*. Dennoch gibt es weiterhin problematische Fanszenen und beim Kampf gegen Rassismus im Stadion sind wir noch nicht am Ende. Schwarze Fußballer* sind weiterhin Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt. Wie sich Rassismus aktuell auf betroffene Spieler* auswirkt, was sich im Vergleich zu früher verbessert oder sogar verschlechtert hat, kann ich als weißer Europäer nicht beurteilen, denn ich bin in einer Beobachterposition und nicht selbst von Rassismus betroffen. Aber dass ein Fußballspiel nach beleidigenden Schmähungen gegen Mäzen Dietmar Hopp quasi abgebrochen wird, wohingegen es bei rassistischen Beleidigungen in Deutschland noch dazu kommen kann, dass der mit rassistischen Lautenbeleidigte Schwarze Spieler* mit Rot vom Platz geschickt wird (Fall Jordan Torunarigha), zeigt mir zumindest, wie viel Aufklärungsbedarf im Fußball besteht, wie viel Aufholbedarf der deutsche, aber auch der europäische Fußball hier noch hat.

It was no Time for Africa

Shakiras ,Waka Waka (This Time for Africa)‘, der offizielle Song zur FIFA Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, suggeriert, den gesamten Kontinent Afrika und dort produzierte Musik als homogene Masse repräsentieren zu können. Doch können das Lied sowie das Video wirklich die Vielfalt der Kulturräume Afrikas widerspiegeln, oder werden hier, wie der Musikwissenschaftler Johannes Ismaiel-Wendt der populären Musik generell unterstellt, eurozentrische Stereotype reproduziert, die aus der Kolonialzeit stammen? Genau dieser Frage möchte ich im vorliegenden Essay nachgehen.

Identität lässt sich nicht verstecken

„Wir kennen alle Namen. Die, die sie uns geben, so gut wie die, die sie uns nehmen.“ Tanasgol Sabbagh: 2021. Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin. Namen, die nach 70 Jahren Einwanderungsgeschichte in Deutschland wohl immer noch von den Wenigsten ausgesprochen werden können. Nicht aus Unfähigkeit, sondern meiner Meinung nach aus reiner Arroganz. Doch nun ist Deutschland in der Pflicht, sich diese neun Namen bis ans Ende der Zeit zu merken. Es ist schon ein paar Wochen her, dass sich der Anschlag in Hanau gejährt hat. Doch erst jetzt bringe ich es fertig, etwas zu Papier zu bringen. Denn um ehrlich zu sein: sözün bittiği yerdeyiz. Das heißt so viel wie „Es sind keine Worte mehr übrig“, und doch gibt es noch immer einiges zu sagen. Nichts von dem ist dabei neu oder revolutionär, weshalb sich die Frage aufdrängt, warum wir als Gesellschaft immer noch am selben Punkt verharren und wann wir endlich aus der Vergangenheit lernen. Ich habe Zeit gebraucht, die Geschehnisse zu verarbeiten, denn anstatt in Frieden trauern zu können, müssen wir bangen und gleichzeitig stark genug sein, um uns nicht von der Angst lähmen zu lassen.

Spielend die Welt erobern!

Brettspiele können auf eine tausende von Jahren alte Tradition zurückblicken, die weit vor Beginn der christlichen Zeitrechnung zu situieren ist;[1] dementsprechend stellen Brettspiele für Historiker*innen eine wertvolle Quelle dar, um mehr über die jeweiligen Kulturen zu lernen. Während vor dem 19. Jahrhundert Brettspiele häufig nur ein Privileg für wenige Menschen waren, schafften die allmählichen technischen Entwicklungen im Rahmen der ersten industriellen Revolution in Westeuropa und den USA die Voraussetzungen, um eine Popularisierung von Brettspielen einzuleiten.[2] Die verbesserten Lebensbedingungen führten zudem zu einer Umstrukturierung der Freizeit, sodass seit dem 20. Jahrhundert immer mehr Spielverlage sogenannte moderne Brettspiele herstellen.[3]

No Lives Matter

It’s unfortunate that we even have to say ‚Black Lives Matter‘, I mean, if you go through history nobody ever gave a fuck. I mean, you can kill black people in the street, nobody goes to jail, nobody goes to prison. But when I say ‚Black Lives Matter‘ and you say ‚All Lives Matter‘, that’s like if I was to say ‚Gay Lives Matter‘ and you say ‚All Lives Matter‘. If I said, ‚Women’s Lives Matter‘ and you say ‚All Lives Matter‘, you’re diluting what I’m saying. You’re diluting the issue. The issue isn’t about everybody. It’s about black lives, at the moment. Ice-T/Ernie C. 2017: No Lives Matter